Interview mit U19 Head Coach Stefan Willi

Interview mit Stefan Willi

Am Sonntag findet wieder einmal ein U19 Juniorenfinale in Winterthur statt. Dank der ausgezeichneten Resultate der Warriors haben die Winterthurer Junioren das Heimrecht für dieses A Finale zugesprochen erhalten. Im Gespräch mit Stefan Willi, Head Coach der U19, wollten wir ein wenig mehr erfahren.

Winterthur Warriors: Stefan, am Sonntag könnt ihr Schweizer Meister werden. Gegen einen Gegner, gegen den ihr aber in der Saison doch auch einmal verloren habt. Wie hast du und deine Coaching Staff die Mannschaft darauf vorbereitet?

Stefan Willi – Head Coach Warriors U19

Stefan Willi: „Wir haben während der Saison hart an unseren Skills und Abstimmung gearbeitet und spielen zurückschauend ein besseres Football als beim Spiel in Bern. Der Saisonstart war zu einfach, so wurde das Team nach der knappen Niederlage gegen Basel stark verunsichert. Diese Verunsicherungen konnten wir Coaches nicht in der Woche zwischen diesen beiden Spielen geradebiegen. Die zweite Niederlage war aber ein Weckruf für das Team. Es wurde fortan konsequenter gearbeitet um als Team besser zu werden. Um im Spiel gegen Bern nicht dieselben Fehler zu machen wie bei der Niederlage Ende April, haben wir unsere Jungs taktisch auf die Berner eingestellt und den Gameplan dementsprechend ausgelegt.“

WW: Im Mai verstarb euer Trainerkollege Adi Sieber überraschend. Diese Nachricht war für alle ein Schock. Ihr habt mit einer massiven Leistungssteigerung reagiert. Was ging da ab?

SW. Der Tod von Adi war für alle ein Schlag mitten in die Magengrube. An dem Tag, als uns die Nachricht erreichte, war das letzte Training vor dem wichtigen Spiel gegen Basel. Vor einem Spiel, in welchem sich die Mannschaft für die Niederlagen gegen Basel und Bern rehabilitieren wollte. Es herrschte eine sehr spezielle Stimmung, es wurde aber sehr konzentriert gearbeitet. Am Samstag stand dann das Spiel an und ich wusste nicht, wie unsere Jungs auf dem Platz auftreten werden. Wie wir auf dem Platz standen, merkte man aber sofort, dass die Jungs für Adi kämpfen wollten um ihm diesen Sieg zu schenken. Trotzdem spielten wir verhalten denn der Schock steckte jedem noch in den Knochen… Bis zum Pick 6 von Cedric Peter, bei dem wohl Adi als Defense Coordinator die Finger im Spiel hatte… Diese Aktion löste die Blockade und entschied das Spiel, das wir mit einem Feuerwerk beendeten. Dieser Sieg und der Wille, für Adi die Meisterschaft zu gewinnen, formte die Mannschaft zu dem was uns nun in den Final brachte.

WW: Wie seid ihr als Coaches mit der Zusatzbelastung umgegangen? Es fehlte ja fortan nicht nur ein Freund und Teamkamerad sondern auch der Hauptverantwortliche für die Verteidigung?  

SW: Wir mussten ja den Defense Coordinator ersetzen. Diverse Spieler und Coaches anderer Warriors Einheiten haben sofort ihre Hilfe angeboten. Da die Coaches der U16 und U19 schon sehr nahe zusammengearbeitet hatten, war für mich klar, dass ich den Headcoach und den Defense Coordinator der U16 anfragen würde, ob sie ihren Einsatz für die U19 vertiefen können, um die Saison bestmöglich beenden zu können. Sie stellten sich sofort zur Verfügung und standen so oft es ging auch bei uns auf dem Platz, dies alles parallel zur Arbeit mit dem U16 Team. Justin Fisch übernahm den Offense Coordinator, Michael Spiess die Führung der Defense. Der Verletzte First Team Spieler Yves Rietmann bot sich ebenfalls an mitzuhelfen wann immer er Zeit hatte. Mit dem erweiterten Staff konnten wir relativ schnell zur Normalität zurückkehren und dürfen nun am Sonntag in unserem Heimstadion vor unserem Publikum um den Meistertitel kämpfen.  

 

Finalspiel um die Juniorbowl im American Football: Winterthur Warriors vs. Bern Grizzlies, Sonntag, 9. Juli 2017, 14.00 Uhr, Stadion Deutweg

Kommentar verfassen