Niederlage in der Hitze von Genf

Willkommen in der Hölle von Genf“, so begrüsste der Platzspeaker der Geneva Seahawks die Winterthur Warriors zum Rückspiel. Wenn er mit „Hölle“ die Infrastruktur und den Platz gemeint hat, welche den Zuschauern und Spielern zur Verfügung steht, dann dürfte er sicher recht haben. Eingebettet in einen riesigen Sportpark liegt das Footballfeld der Seahawks am Stadtrand von Genf. Keine Sitzplätze, keine erhöhten Tribünen, kaum Fans – eine American Football Atmosphäre wie zu den Gründungszeiten. 

Wie im Hinspiel gelang es der Gastmannschaft schnell zu punkten. Die Warriors brachten gleich im ersten Drive den Ball in die Endzone, verpassten allerdings den Zusatzpunkt mit einem schlechten Kick. Die Führung hielt aber nicht lange an. Gleich im Gegenzug legten die Platzherren nach und gingen mit einem Punkt in Führung. Ein gestoppter Angriff mit einem völlig missglückten Punt brachte die Seahawks an der 20-er Linie der Warriors wieder in Ballbesitz, was sie zum Ausbau der Führung nutzten. Kurz danach schlug es nach einem QB-Run wieder bei den Warriors ein, doch danach verlief die Partei ausgeglichen. Beiden Mannschaften gelang noch ein Touchdown. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit avancierten die Warriors mit einem weiten Pass bis an die gegnerische 20-Yard Linie. Weil aus Sicht der Referees beim Tackling der Ball entrissen werden konnte, wechselte das Angriffsrecht wieder. Dem Ballverlust war jedoch deutlich hörbar ein Schiedsrichterpfiff vorausgegangen, der Spielzug wäre also eigentlich bereits schon tot gewesen. Damit wurden die Warriors noch vor der Pause um eine weitere Chance für einen Punktgewinn gebracht und es ging mit einem 28:13 in die Pause.

Die Hölle von Genf, um auf diese Aussage zurück zu kommen, forderte ihren Tribut. Auf Winterthurer Seite verletzten sich mehrere Spieler insbesondere in der Defense, wo man schon zuvor keinerlei Reserven mehr hatte. Einige waren denn auch bereits mit Blessuren ins Spiel gegangen. Die Coaches mussten deshalb während des Spiels ganze Formationen umbauen, was der Stabilität nicht zuträglich war. Die Seahawks konnten nicht zuletzt deshalb ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen zumal auch die Offense Mühe bekundete. Schliesslich stellte man auf die schnelle „no huddle“ Variante um, das Spiel wurde deutlich schneller gemacht und damit kam auch der Erfolg zurück. Die Gegner hatten sichtlich Mühe mit diesen schnell ausgespielten Angriffen. Die Seahawks begannen Nerven zu zeigen und bis zum Schluss des Spiels wurden zwei Genfer Spieler des Feldes verwiesen, weil sie entweder einen unerlaubten Angriff mit dem Helm auf einen Warrior verübten oder im zweiten Fall nach so einem Angriff auch gleich noch eine Tätlichkeit nachlegten. In beiden Fällen haben die Schiedsrichter richtig reagiert. Viele andere Fouls über das ganze Spiel verteilt blieben leider ungeahndet und führten zu weiteren Diskussionen.

Das Schlussresultat von 48:28 ist für die Warriors verheerend und lässt die Chancen auf ein Playoff-Heimspiel deutlich schwinden. Es droht sogar noch einmal eine weite Reise nach Genf – oder, wenn alles schief geht, ein weiteres Halbfinalspiel in Chur… Jedes Spiel wird deshalb nun essentiell. Insbesondere wird es wichtig sein, beim nächsten Auswärtsspiel in Basel gegen die Gladiators zu punkten. 

Zunächst empfangen die Warriors am kommenden Samstag, 2.Juni, jedoch die Grizzlies, welche nach ihrem überraschenden Quarterback-Coup auf die Erfolgsstrasse zurückgekehrt sind. Und zum Abschluss werden die in der Schweiz noch ungeschlagenen Broncos zum letzten regulären Heimspiel in dieser Saison zu Gast sein. Bei beiden Spielen kann eine volle Tribüne, die die Mannschaft anfeuert, entscheidend sein! 

Geneva Seahawks vs Winterthur Warriors 48:28 (21:6 / 7:7 / 14:0 / 6:15)
Centre Sportif de Vessy, ca. 120 Zuschauer

 

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