Im Fallbowl 2020 zwischen den Calanda Broncos und den Winterthur Warriors bleibt den Warriors der zweite Platz. Das Resultat von 21:7 für die topgesetzten Broncos geht in Ordnung, die Bündner spielten effizient und konnten die sich bietenden Chancen nutzen.

Dass das Endspiel zuhause in Winterthur gespielt werden konnte, war eine glückliche Fügung. Einerseits bewarben sich die Warriors frühzeitig für die Ausrichtung des Spiels – dies trotz dem Risiko, aufgrund der sich stets ändernden Rahmenbedingungen auch ein Endspiel ohne Zuschauer durchführen zu müssen. Und natürlich auch ohne zu wissen, ob die eigene Mannschaft auch wirklich soweit kommen würde. Logisch, dass seitens der Vereinsverantwortlichen die verschiedenen Szenarien vorbereitet wurden. Mit dem Sieg der Mannschaft im Halbfinale in Basel, wurden die Einsatzpläne für einen Fallbowl mit Warriors-Beteiligung gezückt. Dank der Grösse des Vereins und dank den vielen Mitgliedern konnten die notwendigen Helferposten rasch besetzt werden.

Den Broncos auf den Fersen – aber noch nicht ganz in Reichweite

Im Endspiel am Samstagabend vor über 400 Zuschauern und teilweise starkem Regenfall schlugen sich die Warriors deutlich besser als in den beiden vorangegangenen Partien gegen die Broncos. Im Unterschied zu den Winterthurern brachten die Bündner aber die Punkte auf die Tafel. In den ersten drei Vierteln erzielten die Broncos je einen Touchdown, die Warriors scheiterten bei einem Field Goal Versuch. Erst im letzten Viertel gelang den tapfer kämpfenden Winterthurern der verdiente Anschlusstouchdown zum 6:21. Diese Punkte fielen aber logischerweise viel zu spät um die Broncos noch in ernsthafte Gefahr zu bringen.

Steigerung im Verlaufe der Saison war nicht ausreichend

Die Warriors haben sich über den Verlauf der Saison steigern können. Auch im Vergleich zu der Saison 2019 konnte man weitere Fortschritte erzielen. Obschon eine normale Saison nur bedingt mit dem Fall-Cup verglichen werden sollte. Die Teams einigten sich beispielsweise, dass keine amerikanischen Imports zugelassen werden. Nicht davon betroffen waren Verstärkungen aus Europa oder eben Spieler, welche seit mehr als fünf Jahren in der Schweiz niedergelassen sind und dadurch Schweizer Spielern gleichgestellt sind. Davon machten die Broncos Gebrauch. Auf der Position des Quarterbacks, welche zumeist durch Amerikaner besetzt werden, setzten sie ihren amerikanischen Head Coach ein. Selbst wenn dieser mit seinem Alter von 44 Jahren nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Leistung war, spielte er eine sehr überzeugende Saison. Auch die weiteren Verstärkungen aus Europa schlugen bei den Broncos ein. In Ergänzung der  einheimischen Talente innerhalb des Teams, konnten sie dadurch alle Gegner auf Distanz halten. Aber es waren eben nicht ausschliesslich diese Verstärkungen, welche den Unterschied machten. Die Warriors spielten zu ineffizient, zuviele Chancen für die Erzielung von Raum- und Punktgewinnen wurden nicht genutzt. Es gelang bis auf die Schlussphase nicht, ein positives Momentum aufzubauen und in die Endzone zu gelangen. Die Defense, gebeutelt von Ausfällen im Backfield, lieferte ein solides Spiel ab, konnte die Broncos-Offense über weite Strecken kontrollieren aber es gelang eben nicht, direkt Punkte beizusteuern. Das hatte vor allem mit der mehrheitlich fehlerfreien Ausführung der Broncos zu tun. Die Bündner waren einfach besser. Punkt.

Fall-Cup – was bleibt?

Es ist offensichtlich: Die Teams, welche an diesem Fall-Cup teilgenommen haben, dürften nun wissen, wo sie stehen und welche Anpassungen auf eine mögliche Frühjahrssaison ab März/April 21 vorgenommen werden sollten. Der Fall-Cup konnte genutzt werden um sich auf die nächste Saison vorzubereiten. Und anstelle unverbindlicher Trainingsspielen konnte sowohl den Spielern als auch den Zuschauern ein echter Wettbewerb geboten werden. Die Sportfans kamen trotz Maskenpflicht auf ihre Kosten und bedankten sich bei den Vereinen mit hohen Zuschauerzahlen und offen geäusserten Sympathiebekundungen. Die Klubs aus der zweiten Stärkeklasse konnten NLA-Luft schnuppern. Die A-Klubs konnten experimentieren ohne zu riskieren, in einen Abstiegsstrudel zu geraten.

Investitionen in Technik

Die Warriors führten ein kontaktloses und bargeldfreies Ticketing ein und konnten erstaunlich viele Zuschauer begrüssen. Weiter investierte man in die Infrastruktur um künftig selbständig die Heimspiele via Livestream übertragen zu können. Dies insbesondere im Hinblick auf drohende Geisterspiele und um den Werbepartnern die entsprechenden Angebote machen zu können sich weiter bei den Warriors finanziell zu engagieren. Dies ist dringend nötig, schliesslich plant der Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 mit verschiedenen Szenarien. Man muss realistischwerweise ohne die Einnahmen von Albanifest und weiteren Veranstaltungen rechnen und diese Ausfälle anderweitig kompensieren.

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