Die Warriors bieten dem Tabellenführer die Stirn und erzielen ein unerwartet gutes Resultat

Der Austragungsort Genf gehört nicht zu den beliebtesten American Football Plätzen der Schweiz. Im weitläufigen Sportpark gibt es zwar sehr viele Autos, nicht ganz soviele Parkplätze und leider kaum Zuschauer bei den Football-Spielen. Bis vor kurzem war auch das Football-Feld eher zweckmässig. Nun aber haben die Geneva Seahawks einen tollen American Football Platz. Kunstrasen. Echte Tore. Kleine, ungedeckte Tribüne. Aber nach wie vor gibt es kaum Interesse für die Seahawks. Allenfalls mag es an den Warriors als Gegner liegen, aber mehr als 20 Zuschauer kamen nicht an das Spiel des momentanen Tabellenleaders in der NLA. Vielleicht hat es aber auch an den Temperaturen gelegen. Einer der ersten Hitzetage, deutlich über 30 Grad wurden gemessen und auch das Spielfeld war trotz starker Wässerung vor dem Spiel einfach nur heiss.

Mit dem Rücken zur Wand

Die Ausgangslage für die Warriors war denkbar schwer. Mit dem Rücken zur Wand, mehreren verletzten Quarterbacks und einer entsprechend kleinen Rumpfmannschaft stieg man nach fast 5 Stunden aus dem Mannschaftsbus. Das Ziel war natürlich möglichst auf Sieg zu spielen. Gleichzeitig musste man aber angesichts der Tabellensituation darauf achten, dass keine weiteren Verletzten hinzukommen. Weil Richard Wartmann nach wie vor nicht zur Verfügung steht, nominierte Head Coach Daruich einmal mehr den Receiver Jonas Pflüger für die Quarterback-Position. Und der machte seinen Job wie vor wenigen Tagen gegen die Calanda Broncos gut. Natürlich fehlte aber die Abstimmung und das Timing, so dass die Angriffe oft nach zwei First Downs gestoppt wurden.

Starke Winterthurer Defense

Anderseits spielte die Winterthurer Defense einmal mehr sehr stark und das gefürchtete Angriffsspiel der Genfer konnte nicht aufgezogen werden. Zur Halbzeit stand es 17:0 nach zwei Touchdowns und einem Field Goal für Genf. Das Resultat war besser als befürchtet. Trotz der Hitze konnten die Warriors nun den Druck ihrerseits erhöhen. Severin Keller pflückte einen Pass des Genfer Quarterbacks aus der Luft und retournierte den Ball bis in die Endzone. Den Extrapunkt setzte der Winterthurer Kicker dann leider an den Pfosten. Auch das Field Goal kurz vor Schluss ging hauchdünn daneben. So unterlagen die Warriors mit 17:6 in Genf – erzielten aber einen Achtungserfolg.

Wenn, wenn, wenn…

Wenn man noch die beiden Pässe, die in der Endzone nicht gefangen worden sind, hinzuzählt…ach, wenn bloss das Wörtchen „wenn“ nicht wär. Hätte man in Genf einen Überraschungscoup erzielen können, wäre die Saison gerettet gewesen, ein Fünkchen Playoffhoffnung hätte man sogar noch erkennen können. Nun aber kommt es wie erwartet zur grossen Finalissima in Winterthur am 15. Juni 2019 gegen die Luzern Lions. Die beiden Schlusslichter der Tabelle treffen aufeinander und kämpfen gegen den Abstiegsplatz. Gewinnen die Warriors, kann Luzern nicht mehr an den Winterthurern vorbeiziehen. Gewinnen die Lions mit einem genügend hohen Vorsprung müssen die Warriors eine Woche später gegen die Basel Gladiators erfolgreich sein und auf eine weitere Luzerner Niederlage hoffen. Es bleibt also sehr spannend.